Inflation 1923 einfach erklärt – mit Brotpreisen zum Staunen

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Titelbild: Inflation 1923 einfach erklärt – mit Brotpreisen

Ein Brot für mehrere hundert Milliarden Mark, Löhne, die zweimal am Tag ausgezahlt werden, Geldscheine als Kinderspielzeug: Die Hyperinflation von 1923 ist eines der anschaulichsten Themen im Geschichtsunterricht. Mit den richtigen Zahlen begreifen Schülerinnen und Schüler in wenigen Minuten, was Geldentwertung bedeutet – und warum das Jahr 1923 die junge Weimarer Republik fast zerstört hätte.

Cover: Weimarer Republik – Inflation 1923
Weimarer Republik – Inflation 1923

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Was ist Hyperinflation? Die Kurzfassung für die Klasse

Inflation heißt: Geld verliert an Wert, Preise steigen. Von Hyperinflation spricht man, wenn das so schnell geht, dass die Preise innerhalb von Tagen oder sogar Stunden explodieren. Genau das passierte 1923 in Deutschland.

  • Die Ursache: Der Erste Weltkrieg wurde vor allem mit Krediten bezahlt. Nach dem Krieg kamen Reparationen an die Siegermächte dazu.
  • Der Auslöser: Als Frankreich und Belgien im Januar 1923 das Ruhrgebiet besetzten, rief die Regierung zum passiven Widerstand auf und bezahlte die streikenden Arbeiter – mit frisch gedrucktem Geld.
  • Die Folge: Die Geldmenge explodierte, das Vertrauen in die Mark brach zusammen. Im November 1923 kostete ein US-Dollar rund 4,2 Billionen Mark.

Der Einstieg, der immer funktioniert: Was kostet ein Brot?

Schreib zu Beginn der Stunde nur eine Zahl an die Tafel: rund 0,30 Mark – so viel kostete ein Kilo Brot vor dem Ersten Weltkrieg. Dann deckst du nach und nach die Preise von 1923 auf. Spätestens bei den Milliarden wird es in der Klasse laut. Lass die Schülerinnen und Schüler vorher schätzen: Wer liegt am nächsten dran?

Tipp: Bring echte Inflationsgeldscheine mit – sie sind auf Flohmärkten und im Internet oft für wenige Euro zu bekommen. Ein 100-Milliarden-Mark-Schein in der Hand ist eindrucksvoller als jedes Arbeitsblatt.

Stundenverlauf (45 Minuten)

1. Einstieg: Brotpreis-Schätzen (5 Min.)

Die Klasse schätzt die Brotpreise von 1923. Auflösung mit Staunen garantiert.

2. Erarbeitung: Ursachen und Folgen (20 Min.)

In Partnerarbeit erarbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Text und Grafik, wie es zur Hyperinflation kam und wen sie besonders traf: Sparer, Rentner und Menschen mit festem Einkommen verloren fast alles, Schuldner und Besitzer von Sachwerten profitierten.

3. Perspektivwechsel: Ein Tag im Herbst 1923 (15 Min.)

Die Klasse schreibt einen kurzen Tagebucheintrag: Der Vater bekommt mittags seinen Lohn – was muss die Familie sofort tun? Hier zeigt sich, ob das Prinzip verstanden ist.

4. Sicherung: Warum hat die Republik überlebt? (5 Min.)

Kurzer Ausblick: Mit der Rentenmark im November 1923 (1 Rentenmark = 1 Billion Papiermark) wurde die Währung stabilisiert. Gleichzeitig nutzten Extremisten die Krise – am 9. November 1923 versuchte Hitler in München zu putschen.

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Die Inflation lässt sich wunderbar mit dem 9. November verbinden – und mit WBS: Was ist Geld eigentlich wert, und warum ist Sparen bei hoher Inflation schwierig? Dazu passt das Freebie zur Geldanlage.

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